.

 

.

.

.

Home

Programmplanung

AKT-Konzeption 2012

Im Spiegel der Presse

Der Vorstand des Vereins

Die Vereinssatzung

Werden Sie Mitglied!

Kontakt

Alsfeld (Oberhessen)

So finden Sie uns

Sponsoren und Spender

Spendenkonten

Links und Literatur

Download-Angebote

Neu auf der Website

 

 

 

Alsfelder Kulturtage e.V.

Geschäftsstelle

Marburger Straße 42

36304 Alsfeld (Hessen)

Telefon 06631-91181940

Telefax 06631-91181960

www.alsfelder-kulturtage.de

info@alsfelder-kulturtage.de

 

 

.

Konzeption der 2. Alsfelder Kulturtage 2012

 

 

 

Rathaus – – – Fenster zur Welt

 

Die 2. Alsfelder Kulturtage: vom 16. bis 27. Mai 2012

 

Genau 500 Jahre nach seiner Grundsteinlegung bildet das weithin bekannte Wahrzeichen der Stadt Alsfeld, das historische Rathaus den Schwerpunkt unserer 2. Alsfelder Kulturtage. Dabei werden zum einen unterschiedlichste Aspekte seiner Entwicklung, Nutzung und Sichtweise thematisiert, zum anderen richtet sich der Blick wie durch Fenster des altehrwürdigen Gebäudes auf aktuelle Problemstellungen, Gestaltungsfragen und Herausforderungen. Eine Leitlinie des Kulturtage-Programms ist es, das Rathaus seinem statischen Denkmal-Charakter zu entheben und ihm, dynamisch und prozesshaft, vielfältige, durchaus auch neue Beziehungen angedeihen zu lassen, es somit zum Gegenstand einer lebendigen Auseinandersetzung zu erheben. Vielfalt der Perspektiven, der Sinne und der Stile – unter diese Maxime sollen die ‚Rathaus-Kulturtage’ gestellt werden.

 

In der einen Blickrichtung, derjenigen aufs Rathaus, wird das Monument vielfach be- sowie gleichsam durchleuchtet und damit tiefer verstehbar – als zentrales, per se in der Fachwerk-Geschichte Epoche gemacht habendes Bauwerk einer früh bürgerlich selbstverwalteten und so vergleichsweise autonomen Stadt. Baugeschichte und Veränderungsgeschichte des Gebäudes sollen qua Visualisierung veranschaulicht werden. Hier kann über mittlerweile gängige computergestützte Bildbearbeitungsverfahren hinaus sogar mit Projektionen mittels moderner Lasertechnologie operiert werden. Auch spekulativen Anteilen ist Raum zu geben: Gestalt des Vorgängerbaus, Einkleidungen à la Christo, künftige Erscheinungsbilder (Stichwort: Fantasien-Wettbewerb). Ein denkbarer Querschnitt durch die künstlerische Rezeption des Rathauses bezöge seinen Reiz nicht allein aus der sich ergebenden Vergleichbarkeit der kunstwerk- und kunsthandwerklichen Herangehensweisen im Lauf der Jahrhunderte, sondern auch daraus, dass der menschliche Blick sich darin als ein historisch bedingter und keineswegs zeitloser vermittelt. In diesem Sinne kann auch die freie bis verfremdende Darstellung des Rathaus-icons ihr Recht beanspruchen: ‚das rathaus als kalender-girl’ mit karikaturhaften bis frivolen Annäherungen oder ‚Na, altes Haus…!’ mit Darstellungen des Rathauses in neuen Farben, neuem Licht, neuer Sichtweise, auch als Gegenstand von Stilparodien und dergleichen. Einbezogen werden sollen unterschiedliche Äußerungsformen der Kunst/Kultur von Literatur über Musik, Malerei und Fotografie bis zu freier Gestaltung mit diversen (z.B. tast- und essbaren) Materialien.

 

Losgelöst davon sind bereits verschiedenste Aktivitäten und Aktionen angestoßen sowie weitere initiierbar, sich dem Rathaus aus heutiger Sicht historisch, literarisch, theaterspielend und musikalisch zu nähern bzw. es in den Kontext der gegenwärtigen Alsfelder Kulturlandschaft zu stellen: Eröffnungsveranstaltung der Kulturtage mit Flex à Ton, Festveranstaltung zum Rathausjubiläum, „Faust“, Kunstprojekte, Konzertchor, Kammerorchester, Musikschule, Gesangverein(e) und Chöre, Blasorchester und Bigband, Posaunenchöre, Kaffeehausmusik, Mundartbands, Gottesdienst, Präsentationen im Kirchenraum, Lesungen und Rezitationen, Vorträge, Kammerkonzert, Archivöffnung und Ausstellungen, Malerei- und Fotografie-Angebote, Tanzprojekt/-darbietung, Musikalisches und Literarisches für Senioren, Rock/Pop/Blues für Junge und Junggebliebene, Jazz, Naturführungen, Projekte im Hinblick auf die Partnerstädte u.a.m.

 

Veranstaltungen solcher Art wirken per se einem Übersättigungs-Effekt entgegen, der durch allzu strenge Fokussiertheit auf das Rathaus sich einstellen könnte. Im visuellen Bereich wäre, um besagte Gefahr zu konterkarieren, ein Mal- und Gestaltungswettbewerb geeignet, der sich gezielt auf all jene Funktionen richtet, welche einzelne Teile/Bereiche des Rathauses durch die Zeitläufte innehatten: Sitzungssaal, Gefängnis, Standesamt, Gerichtsort, Tanzboden, Eichstätte, Festsaal, Theater; auch soziale Aspekte kommen hierbei fast unwillkürlich ins Spiel.

 

Den Augenpunkt aller Rathaus-Betrachtungen wird die groß und heiter angelegte offizielle Festveranstaltung der Stadt bilden.

 

Die andere, zweite Blickrichtung ist die aus dem Rathaus hinaus, im wörtlichen wie im metaphorischen Sinne -- Weltsicht vom ‚Tellerrand’ des Fachwerk-Zentrums her, das architekturhistorische Monument als ‚Erzählhaus, Denkhaus, Arthaus’: Ausstellung von Kunstwerken im Rathaus und ums Rathaus herum mit Akzent auf neue, auch experimentelle Kunst, übergreifend Architektur- und Technikgeschichtliches -- ‚Rähmbau reframed’; im Besonderen ein visiertes John-Cage-Projekt: musikalische Aufführungen und Aktionen (in Kirche und Regionalmuseum), die sich gruppieren um die kurzzeitig-fragmenthafte Übertragung des ‚längsten (mehrhundertjährigen) Musikstückes der Welt’ aus Halberstadt unter das Rathaus resp. wie eine Klangglocke darum, mit mannigfachen Sinn(bild)-Bezügen und zahlensymbolischer Verankerung -- der 500. Geburtstag des Rathauses und der 100. des musikalischen Neuerers Cage als Folie, um im Rahmen von Städteverbrüderung und musikalisch-technischem Experiment Phänomene wie Zeit, Altern und Tod zu reflektieren.

 

Der Blick gleichsam aus den Rathaus-Fenstern in die Welt kann eine visuelle und zugleich humanitäre Leitlinie finden, indem die Kernsätze der Charta der Menschenrechte zur Anschauung gebracht werden durch Kunstwerke im städtisch-dörflichen Raum und/oder in der gemessenen Zeit – mit Rückbindung an die lokale Kulturszene und an die Vielfalt fremder Kulturen in Alsfeld. Hier ergeben sich fast unwillkürlich Wechselwirkungen mit einem zu erwartenden wissenschaftlich-philosophischen Vortrag seitens eines bekannten Hirnforschers / Philosophen.

 

Untergangsmythen sind Teil unsres Nachdenkens über Zeit und Sinn, unseres kulturellen Bewusstseins – eine Art Kontrapunkt zu allen ‚aufsteigenden Linien’, die vom Rathaus-Bau und von dessen Überleben durch 500 Jahre ausgehen: der in der Maya-Prophezeiung sowie von Nostradamus für 2012 prognostizierte Weltuntergang und der 100. Jahrestag des Titanic-Desasters gehören hierher, mitsamt dem Gedicht „Weltuntergang“ von Jakob van Hoddis, dessen Geburt sich am Eröffnungstag der 2. Alsfelder Kulturtage zum 125. Male jährt – Impulse für mögliche Programmpunkte im Sinne einer kathartischen Wirkung und eines „Dennoch“. Auch dem partiellen Untergehen dörflicher Welten kann einiges entgegengestellt werden: so versucht der Kulturtage-Ansatz „Über die Dörfer“ ländliche geprägte, originäre und originelle Kultur ‚vom Kirchturm aus’ in den Blickpunkt zu rücken.

 

Angebote aus Alsfelder Kräften, sei es im Bereich Musik, Theater, Malerei, Fotografie oder spezifisch dörflichen Gepräges sind insgesamt – bei aller Eigenwertigkeit – immer wieder auch als Gegengewicht zur Rathaus-Thematik, auflockernd und verklammernd zu verstehen; insbesondere aber überschreiten oder überspielen sie vielfach und -fältig die Grenzen zwischen Kern-Stadt und dörflichem Umfeld, zwischen historischer Stätte und urban geprägtem modernem Leben, zwischen „Heimat“ und ‚weiter Welt’.

 

Alsfeld hat – und nutzt – die Chance, sich auf der „Straße durch die kurzen Hessen“ dem Mainstream entgegenzustellen, indem der viel beschworene und geschichtsträchtige „Ackerbürger“ als ‚Kulturbürger’ (einer in dieser Hinsicht noch immer oder mehr denn je reichen Stadt) neu ersteht – unter weiter gehender Ausschöpfung unserer geistigen, sozialen, künstlerisch-kulturellen, humanitären Potentiale…

 

Verfasser: Dr. Walter Windisch-Laube

Alsfelder Kulturtage e.V.
Marburger Straße 42
36304 Alsfeld (Hessen)
Telefon 06631 - 91181940
http://www.alsfelder-kulturtage.de

E-Mail info@alsfelder-kulturtage.de

 

(Stand: 10.08.2011)

 

 

.

Alsfelder Kulturtage e.V.