
„… das Publikum in den Kreisler-Kosmos entführen“
Claudia Regel und Tim Brod über ihre Liebe zu schwarzhumorigen Chansons, Kultur in der Region und die Bedeutung von Lachen und Nachdenken – Auftritt am 7.9. um 19 Uhr in der Aula der der Stadtschule in Alsfeld
Claudia Regel ist im wahren Leben Kantorin im Dekanat Vogelsberg mit einem festen Auftrag im Nachbarschaftsraum Lauterbach-Wartenberg. Dort spielt sie die Orgel, leitet Chöre und organisiert die Lauterbacher Pfingstmusiktage. Tim Brod ist Banker, leidenschaftlicher (Chor-) Sänger und Vorsitzender des Fördervereins der Pfingstmusiktage. Eine gewisse Verbindung liegt daher auf der der Hand. Am 7. September präsentieren sie anlässlich der Alsfelder Kulturtage ihr Georg-Kreisler-Programm
Was genau führt eine Kantorin und einen Banker zu Georg Kreisler?
Angefangen hat alles 2014: Im Rahmen eines Benefizkonzerts hatten wir u. a. einige Chansons von Georg Kreisler gemacht. Damals gab es nur von ganz wenigen Stücken Noten. Kurze Zeit später begann man, die Chansons zu verlegen – wir machten uns auf eine Entdeckungsreise durch Kreislers Musik und erweiterten stetig unser Repertoire.
Kreisler war ja erklärtermaßen kein Österreicher und als Künstler in vielen Sprachfärbungen unterwegs. Wie findet ihr euch in Kreislers Sprachkosmos zurecht?
Vielen Chansons merkt man den österreichischen Einschlag durchaus an. Ansonsten sind Kreislers Sprache und Texte schwarzhumorig, witzig, nachdenklich … eben sehr vielfältig. Dazu kommt, dass Kreisler auch gerne mit der Sprache gespielt hat.
Auch musikalisch unterscheidet sich die Musik zu Kreislers Werk ja doch ein wenig von dem eigentlichen Arbeitsgebiet als Kantorin. Wie wichtig ist musikalische Abwechslung für dich, Claudia?
Musikalische Abwechslung gehört zu meinem Beruf dazu, und er bietet diese Vielfalt zum Glück auch reichhaltig. Die Musik von Georg Kreisler zusammen mit Tim Brod zu proben und aufzuführen, macht mir sehr viel Freude und bereichert mein musikalisches Repertoire.
Bei euren Auftritten wird deutlich, dass ihr den Kontakt mit dem Publikum mögt und gerne auf der Bühne steht. Das steht ja hauptsächlich bei Tim im Gegensatz zum doch eher sachlichen Auftreten im Beruf. Was bedeutet es für euch, auf der Bühne zu stehen?
Uns ist es wichtig, mit dem Publikum zu interagieren, sie quasi in einen Kreisler-Kosmos zu „entführen“ – und die Zuhörerinnen und Zuhörer zu unterhalten, zum Lachen und manchmal auch zum Nachdenken zu bringen.
Ihr seid ja beide in der Organisation und Durchführung der Lauterbacher Pfingstmusiktage aktiv – auch die werden wie die Alsfelder Kulturtage überwiegend ehrenamtlich realisiert. Wie beurteilt ihr das kulturelle Leben in Alsfeld und Lauterbach vor diesem Hintergrund?
Zum Glück gibt es auf so verhältnismäßig kleinem Raum so viel ehrenamtliches Engagement für die Kultur! Zumal diese kulturellen Veranstaltungen eine sehr große, beeindruckende Vielfalt aufweisen. Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre das kulturelle Leben fast nicht realisierbar und vorstellbar.
Auf den Kreisler-Abend in Alsfeld freuen sich sicher schon viele Gäste der Kulturtage – was habt ihr denn sonst noch an gemeinsamem Repertoire in petto und wo und wann darf man sich auf euch freuen?
Wir haben auch einiges an Schlagern aus den 20er und 30er Jahren gemacht. Derzeit ist kein weiteres Projekt geplant – mal sehen, was sich noch so entwickelt.